Zur 1. und 2. Frage: Man möchte und sollte erst gar nicht in kritische Situationen hereingeraten. Das ist das ideale Ziel. Siehe Prävention und Intuition.
Hier kommt wie oben schon genannt auch der Begriff taktische Selbstverteidigung ins Spiel: Was muß ich vorab bedenken oder planen (Prävention)? Wie verhalte ich mich in einer konkreten Situation und wie gehe ich strategisch klug vor?
Taktisch bedeutet hier z.B. das Überlegen vorher: Welcher Weg von A nach B ist sicher? Welche Strecke wähle ich aus? Ist es besser, sich zu Fuß, mit dem Auto oder mit Bus&Bahn auf den Weg zu machen? Alleine oder in einer Gruppe? Welche Kleidung? Mit Kopfhörern auf oder vielleicht doch besser nicht? Bin ich unterwegs aufmerksam genug, um mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen?
Zur 3. Frage: Es gilt immer: Falls man einen körperlichen Kampf vermeiden und die Situation deeskalieren kann, ist das immer besser.
Jeder körperliche Kampf ist mit einem mehr oder weniger hohen Risiko verbunden, verletzt zu werden oder im schlimmsten Fall den Angriff nicht zu überleben. Jeder körperliche Kampf, den man vermeiden kann, ist ein gewonnener Kampf!
Sicher mag es nicht immer für das eigene „Ego“ und Empfinden optimal sein, wenn man in kritischen Situationen taktisch nachgibt, deeskaliert und sich z.B. gegenüber einem Aggressor aus strategischen Gründen entschuldigt, um die Aggression abzuwenden (obwohl es ja eigentlich gar keinen Grund für eine Entschuldigung gibt). Für die eigene Gesundheit und körperliche Unversehrtheit ist es allemal von Vorteil. Besser, den Angreifer im Glauben alssen, er habe recht, als im Krankenhaus zu landen.
Zu Frage 4: Diese mentale Fähigkeiten, oft Mindset genannt, sind die Voraussetzung für erfolgreiche Selbstverteidigung.
Technik alleine ist quasi nutzlos, wenn man sie in der akuten Situation nicht umsetzen und einsetzen kann.
Wenn der Kopf in dem Moment nicht mitspielt und uns blockiert (Angst, „Freezing“, Hemmungen etc.), kann man noch so lange Schläge, Tritte, Würfe, Wegrennen trainiert haben. Das Mindset und die Umsetzung aus mentaler Stärke sind der Schlüssel für erfolgreiche Selbstverteidigung.